Ein Liebespaar gerät aus heiterem Himmel in den Herbst des Zweifels. Aus einer unbedachten Bemerkung entspinnt sich ein tückisches Netz aus Mißverständnis und Verdacht.
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Milan Kundera: Die Identität

Chantal und Jean-Marc sind ein Paar. Sie hat ein Kind verloren und ihren ersten Mann
verlassen, er hat ein gescheitertes Medizinstudium hinter sich. So ist Chantal für
Jean-Marc zum einzigen Objekt der Fürsorge geworden, und er ist die einzige Zuflucht für
sie.
Bis sich das erste Mißverständnis einschleicht. Chantal hat eine Nacht allein in einem Hotel an der französischen Küste verbracht. Als Jean-Marc vom Besuch am Sterbebett eines früheren Freundes zurückkehrt, findet er sie verändert und verstört. Auf seine Fragen antwortet sie bloß: "Die Männer drehen sich nicht mehr nach mir um." Jean-Marc glaubt, sie sei traurig über ihr Alter und ist voller Mitgefühl.
Dann, eines Tages, bekommt Chantal einen anonymen Brief: "Ich folge Ihnen wie ein Spion. Sie sind schön, sehr schön." Chantal ist zuerst verwundert und dann geschmeichelt - ist es der Stammgast im Bistro an der Ecke oder der Bettler in ihrer Straße? Für kurze Zeit entfacht der Blick des anonymen Bewunderers eine neue Leidenschaft in ihr.
Und Jean-Marc? Packt ihn die Eifersucht, weil sie für die Komplimente eines anderen Mannes so empfänglich ist? Eines Tages entdeckt sie: Er hat in ihrem Schrank gestöbert, wo sie die Briefe versteckt, er hat die Briefe gelesen, er spioniert ihr nach! Und allmählich, fast unmerklich, wird aus der höchst realistischen Liebesgeschichte für die beiden ein Alptraum.
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Bibliographie:
Titel: Die Identität
Autor: Milan Kundera
Aus dem Französischen von Uli Aumüller
Umfang: 168 Seiten, geb.
Verlag: Hanser, München
Preis: 29,80 DM; ISBN 3-446-19490-8
geld-online vom 16.10.1998