Familienchronik oder Schelmenstück, Bürgerkriegs-Epos oder exotischer Entwicklungsroman...
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Moses Isegawa: Abessinische Chronik

In
einem kleinen Dorf in Uganda wächst Anfang der 70er Jahre der junge Mugezi bei seinem
Großvater, dem Dorfältesten, und dessen Schwester Oma, der Hebamme des Dorfes, auf.
Für ihn die glücklichste Zeit seines Lebens, denn als Omas
Assistent wird er nicht nur mit den Gebräuchen der Geburtshilfe vertraut, sondern lernt
bereits eine Menge über die Geheimnisse der körperlichen Liebe.
Mugezis Vater Serenity und seine Mutter Nakkazi sind mit den anderen Geschwistern in die
Stadt gezogen. Ihre Ehe steht unter keinem guten Stern. Nicht zuletzt, weil Nakkazi, eine
ehemalige Nonne, die das Kloster wegen ihre Hangs zur Gewalttätigkeit verlassen mußte,
nur in Ausnahmefällen für Sex zur Verfügung steht und deshalb den Spitznamen
"Hängeschloß" trägt.
Als der Bürgerkrieg seine Schatten auf das kleine Dorf wirft, sind für Mugezi die
schönen Zeiten vorbei: Er muß zu seinen Eltern in die Stadt. Und das Leben in Kampala
ist hart, denn nun ist Mugezi seiner Mutter ausgeliefert. Ihm obliegt die Aufsicht seiner
Geschwister - der kleinen Scheißer, wie er sie nennt, weil sich seine Pflichten vor allem
im Abputzen von Hintern erschöpfen. Doch weder mit dieser geruchsintensiven Arbeit noch
mit seiner Rolle als Sündenbock, die ihn fast täglich mit Hängeschloß' berüchtigter
Guavenpeitsche in Berührung bringt, will er sich abfinden.
Er sinnt auf Rache und nimmt sich einstweilen den jüngst an die Macht gekommenen Diktator
Idi Amin zum Vorbild.
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Bibliographie:
Titel: Abessinische Chronik
Autor: Moses Isegawa
Aus dem Niederländischen von Barbara Heller
Umfang: 604 Seiten, geb., Schutzumschlag
Verlag: Blessing, München
Preis: 46,90 DM, ISBN 3-89667-100-6
geld-online vom 10.03.2000